Mensch ist Mensch

Interkulturelles Erzähl-Theater-Projekt

Das Erzählen ist ein zentrales Element unserer Kommunikation. Wir erzählen einander und vor allem erzählen wir von etwas. Und wovon und wie wir erzählen, schafft oder verändert den Blick, schafft Empathie.

Das Erzähl-Theater-Projekt „Mensch ist Mensch“ will der Kultur des voneinander-Abgrenzens und des nicht-den-anderen-hören-wollens entgegenwirken. Halime Saraç, Katja Ahlers und Matthias Damberg haben gemeinsame Erzählungen gesucht, gefunden und mit Grundschulkindern ausprobiert. Sie haben sich gefragt, welches die Geschichten, welches die Sprache(n) und welches die Inhalte sind, die bei den Kindern auf besonderes Interesse stoßen?

Entstanden ist ein erstes Programm, das die zwei Erzählenden Halime Saraç und Matthias Damberg an der Von-Vincke- und Theodor-Heuss-Grundschule in Hamm vorgestellt und das sie anhand des Feedbacks der Kinder und deren Lehrkräfte fortentwickelt haben. Inhaltlich fiel die Wahl auf Geschichten wie „Früchte der Freundschaft“ von Dostlugun Meyveleri, wo besonders die Vielfalt des Lebens also das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen und Sprachen im damaligen Osmanischen Reich thematisiert wird. Im Weiteren fiel die Wahl auf vier Geschichten von Nasreddin Hodscha, türkische Schelmengeschichten à la Till Eulenspiegel. Hinzu kam die Geschichte „maliber malaber malum“, die von Kindern auf der Straße erzählt, die aus verschiedenen Ländern kommen, aber sich mühelos über eine Fantasiesprache verständigen und somit den umherstehenden Erwachsenen als Vorbild dienen. Außerdem kam die Geschichte „Irgendwie anders“ von Kathryn Cave hinzu, in der der Protagonist darunter leidet, von den anderen wegen seiner vermeintlichen Andersartigkeit ausgeschlossen zu werden, dann aber mit Hilfe eines neuen Freundes einen Weg in die Gemeinschaft findet. In die ausgewählten Geschichten sind türkische, französische, englische, polnische und arabische Wörter eingebunden.

Im Entwicklungsprozess dieses Erzählformates stellte sich heraus, dass besonders der Aspekte der Mehrsprachigkeit und das Thema des Umgangs mit Vielfalt großen Anklang fand. Allein in einer dritten Klasse waren von den 22 anwesenden Kindern 19 (!) verschiedene Herkunftsländer vertreten. Zudem verstärkte sich die Überzeugung, dass das Setting des Erzählkreises sehr gut funktionierte und ein großes Gemeinschaftsgefühl erzeugte.

Das Projekt „Mensch ist Mensch“ hat neue Perspektiven aufgemacht und eine Weiterführung des Projektes für 2022 ist in Planung. Dann soll es weiterentwickelt werden, zum Beispiel durch die Hinzunahme weiterer Sprachen und Geschichten. Wir freuen, ein Format entwickelt zu haben, dass – trotz der pandemischen Lage – Räume der Begegnung schaffen konnte und einen Beitrag dazu zu leistet, interkulturelle Begegnung in den Erzählräumen stattfinden zu lassen und so Verständnis füreinander schaffen und gemeinsame Visionen ermöglichen zu können.

Premiere

27.10.2021

Mitwirkende

Katja Ahlers

[ Dramaturgie ]

Matthias Damberg

[ Darsteller/Darstellerin ]

Halime Sarac

[ Darsteller/Darstellerin ]

Karten

Zur Zeit sind keine kommenden Aufführungen geplant.

Information

Informationen über weitere Aufführungen und Karten unter: post@treibkraft-theater.de

Förderung

Gefördert durch den Förderfonds Interkultur der Stadt Hamm.